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NSDAP

Aus Lustenauer Wiki

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Die Ortsgruppe Lustenau der NSDAP-Österreich wurde am 2. Januar 1931 gegründet. Bei den Landtagswahlen vom 6. November 1932 erreichte die KPÖ 4,3 % der Stimmen in Lustenau. Auf die NSDAP entfielen 14,4 % der Stimmen.

Als am 19. Juni 1933 die NSDAP in ganz Österreich verboten wurde, existierten in Lustenau zahlreiche Parteigliederungen, unter anderem SS (Schutzstaffel) mit 4 Mitgliedern, SA (Sturmabteilung) mit 90 Mitgliedern, HJ (Hitlerjugend) mit 19 Mitgliedern, sowie diverse andere Untergliederungen. Als Reaktion auf das Verbot kam es am darauffolgenden Tag zu einer Demonstration von 200 Nationalsozialisten auf dem Kirchplatz, welche von der Gendarmerie aufgelöst wurde. In den Monaten darauf folgten zahlreiche Anschläge der illegalen NSDAP auf Institutionen und Anhänger des Ständestaats, darunter ein Sprengstoffanschlag auf den Lustenauer Heimwehrführer. Die Jahnturnhalle entwickelte sich zu einem Versammlungsort der Nationalsozialisten, sodass sie mehrmals von der Gendarmerie gestürmt wurde und kurzfristig sogar vom Bundesheer besetzt wurde.

Am 12. März 1938 erhielt Lustenau mit Hans Grabher einen kommissarisch eingesetzten NS-Bürgermeister. Mit mehreren Großkundgebungen versuchte die NSDAP Stimmung für die kommende Abstimmung über den „Anschluss" an das Deutsche Reich zu machen. Am 10. April 1938 votierten 98,9 % der Lustenauer Wahlberechtigten für den Anschluss an das Deutsche Reich

In Lustenau wurden zwei NSDAP Ortsgruppen eingerichtet, Ortsgruppe Kirchdorf und Ortsgruppe Rheindorf. In Folge gründeten sich mehrere Gliederungen der NSDAP, darunter ein NS Fliegerkorps mit gut 70 Mitgliedern. Das Theresienheim der Pfarre Kirchdorf wurde beschlagnahmt und in ein SS-Heim umgewandelt. Im Herbst 1939 nahm die Firma Optische Werke C.A. Steinheil Söhne aus München die Produktion von Zielgeräten für Kampfflugzeuge in Lustenau auf. Am 9. September 1940 kam es zum ersten Bombenangriff durch einen britischen Bomber auf Lustenau, allerdings blieben die Schäden relativ gering. Im Frühjahr 1942 wurde ein Zwangsarbeiterlager in Lustenau errichtet. Die Zwangsarbeiter wurden sowohl zu Arbeiten für die Gemeinde, als auch für die Optischen Werke eingesetzt. Im Herbst 1943 „beschäftigten" bereits 81 Betriebe ZwangsarbeiterInnen.

Viele Lustenauer und Lustenauerinnen kamen aus den unterschiedlichsten Gründen in Gestapo-Haft oder wurden in Konzentrationslagern inhaftiert und zu Tode gebracht. Im April 1942 wurde der Schulwart Anton Hofer ins KZ Dachau eingeliefert und dort ermordet. Im Juli 1944 wird der Zöllner Hugo Paterno wegen „Zersetzung der Wehrkraft" hingerichtet. Es kam sowohl zu Auseinandersetzungen mit der katholischen Kirche und Exponenten des ehemaligen Ständestaates, als auch zur Verfolgung von sozialdemokratischen und kommunistischen Arbeitern.

Ähnlich wie in anderen Gemeinden und Städten verfolgten die Nationalsozialisten auch in Lustenau große Ausbaupläne, welche aber in der Praxis nie wirklich umgesetzt wurden. So planten die Machthaber den Lustenauer Bahnhof als „Tor zu Bayern" und „Visitenkarte Deutschlands" sechsgleisig auszubauen. Auch von einem Landesstadion war damals die Rede. Beide Projekte wurden nicht realisiert. Auch der Friedhof der Pfarre Kirchdorf im Gemeindezentrum sollte durch einen Aufmarschplatz ersetzt werden und das Zentrum großzügig umgestalten. Auch dieses Projekt kam nicht über das Planungsstadium hinaus.

Am 1. Mai 1945 kam es zum Angriff von französischen Tieffliegern, am selben Tag noch wurden weiße Flaggen gehisst. Nachdem bekannt wurde, dass eine SS Einheit unterwegs nach Lustenau war, wurden die Flaggen eingeholt. Am 2. Mai 1945 rückten französische Truppen nach Lustenau ein.

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