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Nationalsozialismus
Dieser Artikel behandelt die Geschichte Lustenaus im Nationalsozialismus. Für umfassende Informationen über den Nationalsozialismus in Österreich besuchen sie bitte den Wikipedia Artikel Österreich in der Zeit des Nationalsozialismus .
[Bearbeiten] Lustenau im Nationalsozialismus
Am 12. März 1938 erhielt Lustenau mit Hans Grabher einen kommissarisch eingesetzten NS-Bürgermeister. Mit mehreren Großkundgebungen versuchte die NSDAP Stimmung für die kommende Abstimmung über den "Anschluss" an das Deutsche Reich zu machen. Am 10. April 1938 votierten 98,9% der Lustenauer Wahlberechtigten für den Anschluss an das Deutsche Reich
In Lustenau wurden zwei NSDAP Ortsgruppen eingerichtet, Ortsgruppe Kirchdorf und Ortsgruppe Rheindorf. In Folge gründeten sich mehrere Gliederungen der NSDAP, darunter ein NS Fliegerkorps mit gut 70 Mitgliedern. Das Theresienheim der Pfarre Kirchdorf wurde beschlagnahmt und in ein SS-Heim umgewandelt. Im Herbst 1939 nahm die Firma Optische Werke C.A. Steinheil Söhne aus München die Produktion von Zielgeräten für Kampfflugzeuge in Lustenau auf. Am 9. September 1940 kam es zum ersten Bombenangriff durch einen britischen Bomber auf Lustenau, allerdings blieben die Schäden relativ gering. Im Frühjahr 1942 wurde ein Zwangsarbeiterlager in Lustenau errichtet. Die Zwangsarbeiter wurden sowohl zu Arbeiten für die Gemeinde, als auch für die Optischen Werke eingesetzt. Im Herbst 1943 "beschäftigten" bereits 81 Betriebe ZwangsarbeiterInnen.
Viele Lustenauer und Lustenauerinnen kamen aus den unterschiedlichsten Gründen in Gestapo-Haft oder wurden in Konzentrationslagern inhaftiert und zu Tode gebracht. Im April 1942 wurde der Schulwart Anton Hofer ins KZ Dachau eingeliefert und dort ermordet. Im Juli 1944 wird der Zöllner Hugo Paterno wegen "Zersetzung der Wehrkraft" hingerichtet. Es kam sowohl zu Auseinandersetzungen mit der katholischen Kirche und Exponenten des ehemaligen Ständestaates, als auch zur Verfolgung von sozialdemokratischen und kommunistischen Arbeitern.
Ähnlich wie in anderen Gemeinden und Städten verfolgten die Nationalsozialisten auch in Lustenau große Ausbaupläne, welche aber in der Praxis nie wirklich umgesetzt wurden. So plante man den Lustenauer Bahnhof als "Tor zu Bayern" und "Visitenkarte Deutschlands" sechsleisig auszubauen. Auch von einem Landesstadion war damals die Rede. Beide Projekte wurden nicht realisiert. Auch den Friedhof der Pfarre Kirchdorf im Gemeindezentrum wollte man durch einen Aufmarschplatz ersetzen und das Zentrum großzügig umgestalten.
Am 1. Mai 1945 kam es zum Angriff von französischen Tieffliegern, am selben Tag noch wurden weiße Flaggen gehisst. Nachdem bekannt wurde, dass eine SS Einheit unterwegs nach Lustenau war, wurden die Flaggen eingeholt. Am 2. Mai 1945 rückten französische Truppen nach Lustenau ein.
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