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Hochwasser

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Über Jahrhunderte hinweg war besonders die Gemeinde Lustenau vom Hochwasserführenden Rhein. Verherende Überschwemmungen zerstörten ganze Ortsteile und waren der Grund warum sich Lustenau bis Ende des 19. Jahrhunderts nur sehr zaghaft entwickelte.

Geschichte[Bearbeiten]

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1206 wurde die Lustenauer Pfarrkirche durch die Hochwasser des Rheins zerstört. Dies ist die älteste Nachricht über eine Überschwemmungskatastrophe im Rheintal.1548 wurde die Lustenauer Pfarrkirche ein zweites Mal weggeschwemmt.

Die Hochwasserkatastrophe von 1762 gilt allgemein als die schlimmste der letzten 500 Jahre. Es handelte sich dabei allerdings nicht um eine lokale, auf den Rhein beschränkte Katastrophe. Praktisch in allen Tälern am Alpennordhang traten damals die Flüsse nach überdurchschnittlich langen und ergiebigen Regenfällen über die Ufer. Am 9. Juli durchbrach der Rhein bei Oberriet und Lustenau die Dämme. Es waren weite Teile Lustenaus von Wasser bedeckt, sodass Pfarrer Rosenlächer später in der Lustenauer Pfarrchronik vermerken konnte, von den Ortsteilen Hag und Stalden habe man mit dem Schiff in die Kirche fahren können. Auch hier wurden die Felder von einer ein bis zwei Schuh tiefen Schicht Schlamm bedeckt, der sich später als sehr fruchtbar herausstellen sollte.

Ab etwa der Mitte des 19. Jahrhunderts ereigneten sich fast jährlich Überschwemmungskatastrophen im Rheintal, deren Folge ein Anstieg des Grundwasserspiegels und eine teilweise Versumpfung früher fruchtbarer Böden war. Die beiden letzten großen Rheinüberschwemmungen des 19. Jahrhunderts trafen Vorarlberg und Lustenau dann wieder härter: Am Vormittag des 11. September 1888 durchbrach der Rhein bei Meiningen an zwei Stellen den Damm. Große Teile des Rheintals wurden überschwemmt. Am Abend dieses Tages durchbrachen die Wassermassen dann den so genannten Seelachendamm am südlichen Ortsende von Lustenau, der einige Stunden lang einen gewissen Schutz geboten hatte. Ein Großteil der Gemeinde wurde nun überflutet, wobei u.a. zahlreiche Stickmaschinen beschädigt wurden. Ein zweiter Einbruch erfolgte am 5. Oktober, als der inzwischen behelfsmäßig errichtete Damm barst. Unter dem Eindruck der angerichteten Verwüstungen kam es zu zahlreichen Hilfsaktionen: Die österreichischen Bahnen führten frachtfrei Kohle und Lebensmittel aus den verschiedenen Teilen der Monarchie nach Vorarlberg. Ein vom Verein der Vorarlberger in Wien unter der Führung des Lustenauers Casimir Hämmerle gegründetes Hilfskomitee konnte Spendengelder in der Höhe von insgesamt 6.500 Gulden sammeln, wobei mehr als die Hälfte davon von Vereinsmitgliedern aufgebracht wurde.

Am 30. August 1890 kam es zwischen Altach und Hohenems sowie in Höchst zu Dammbrüchen. Die Gegend bei Altach-Bauren und Lustenau soll damals in einen See verwandelt worden sein. In Lustenau wurde ein deutlich höherer Wasserstand gemessen als zwei Jahre zuvor. Am 13. September fand ein zweiter Einbruch statt.

Die Rheinregulierung[Bearbeiten]

Unter dem Eindruck der verheerenden Katastrophen wurde ab dem Ende des 18. Jahrhunderts immer vehementer nach einer Flussregulierung verlangt. In den 1890er Jahren wurde mit dem gigantischen Projekt der Rheinregulierung begonnen, das bis heute noch nicht abgeschlossen ist. Die erste Maßnahme, der Fussacher Durchstich, wurde innerhalb von fünf Jahren (1895-1900 durchgeführt. Zeitweise wurden dafür über 1100 Arbeitskräfte eingesetzt.

Der zweite Schritt zu mehr Sicherheit vor verheerenden Überflutungen war der Diepoldsauer Durchstich 1923. In den 50er Jahren wurden die Dämme erhöht und Veränderungen am Mittelgerinne vorgenommen. Seitdem blieb Lustenau vor größeren Überflutungen verschont.

Dieser Flussregulierung, aber auch einer Klimaerwärmung seit 1900, welche die so genannte "Kleine Eiszeit" beendete, ist es zu verdanken, dass das Vorarlberger Rheintal seither von wirklich gefährlichen Überschwemmungskatastrophen verschont blieb. Beim bisher größten Rheinhochwasser des 20. Jahrhunderts kam es 1987 bei Fußach zwar zu einem Dammbruch, dabei wurden allerdings nur geringe Schäden angerichtet.

Ist Zustand und Zukunft[Bearbeiten]

Diese Brücke muss 2 Meter angehoben werden

Bei den Hochwasserereignissen der letzten Jahre zeigte sich, dass die Hochwasserdämme, welche ursprünglich für ein Jahrhunderthochwasser ausgelegt wurden, eventuell doch nicht ausreichen könnten. Deshalb werden derzeit mehrere Maßnahmen erarbeitet um drohende Gefahren zu verhindern.

  • Die Brücke beim Zollamt Wiesenrain wurde mit Luftpolstern ausgestattet, welche die Brücke im Notfall heben können und so einen Wasserstau verhindern
  • Die ÖBB-Brücke nach St. Margrethen muss ganze zwei Meter angehoben werden. Da dies mit der derzeitigen Konstruktion nicht möglich ist, muss ein Großteil der Brücke sowie der Zufahrtsrampen komplett neu gebaut werden. Frühester Termin für den Baubeginn ist 2008. Wahrscheinlich wird aber erst 2010 begonnen.
  • Langfristig ist vorgesehen auf den Landwirtschaftsflächen zwischen Lustenau und Dornbirn eine Überflutungsfläche zu schaffen. Etwa auf Höhe des Alten Rheins würde eine Sollüberflutungsstelle geschaffen, von welcher aus das Wasser dann in das Ersatzflußbett strömen könnte und so die Gemeinde vor einer Überflutung bewahren würde.

Quellen und Verweise[Bearbeiten]